Gicht



Gicht – Ursachen, Symptome und ganzheitliche Lösungen

Gicht zählt zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und entsteht, wenn sich Harnsäure im Blut dauerhaft anreichert. Wird der Spiegel zu hoch, kristallisiert die Harnsäure und lagert sich in Gelenken ab. Die Folge sind schmerzhafte Entzündungen – oft beginnt alles plötzlich in der Nacht, typischerweise am Großzehengelenk. Doch Gicht ist kein Schicksal: Wer die Auslöser kennt, kann Beschwerden lindern und weiteren Anfällen aktiv vorbeugen.


Wie Gicht entsteht

Beim Abbau von Purinen – sie stecken vor allem in Fleisch, Fisch, Wurst, Innereien, Bier und zuckerhaltigen Getränken – entsteht Harnsäure. Normalerweise wird sie über die Nieren ausgeschieden. Bei manchen Menschen funktioniert dieser Prozess nicht optimal: Die Nieren scheiden zu wenig aus oder der Körper produziert zu viel. Ab einem Blutwert von über 7 mg/dl spricht man von Hyperurikämie.

Die Harnsäure kann nadelförmige Kristalle bilden, die sich in Gelenken, Haut oder Nieren ablagern. Dort lösen sie Rötung, Wärme, Schwellung, Steifheit und starke Schmerzen aus. Männer sind häufiger betroffen; bei Frauen tritt Gicht meist erst nach der Menopause auf. Gleichzeitig steigt mit erhöhten Harnsäurewerten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Risikofaktoren

Gicht tritt selten allein auf. Häufig begleitet sie Stoffwechselerkrankungen wie:

  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfette
  • Nierenschwäche



Weitere Risikofaktoren sind 

hoher Alkoholkonsum
purinhaltige Lebensmittel , Fleisch, Innereien, Wurst, manche Fische, Meeresfrüchte  fruktosereiche ,zuckerhaltige Getränke 

ballaststoffarme Ernährung, 
Fasten 
bestimmte Medikamente (z. B. Diuretika)
genetische Veranlagung 
Umweltfaktoren wie Bleibelastung. 
Stress
Operationen
Dehydrierung
Hitze oder Verletzungen können Anfälle zusätzlich triggern.


Verlauf der Erkrankung

Man unterscheidet mehrere Stadien:

  • Asymptomatische Hyperurikämie: erhöhte Werte, aber keine Beschwerden.
  • Akuter Gichtanfall: plötzliches, heißes, rotes, extrem schmerzhaftes Gelenk – meist nachts.
  • Intervallphase: beschwerdefreie Zeit zwischen Anfällen.
  • Chronische Gicht: wiederkehrende Anfälle, Gelenkschäden, knotenartige Ablagerungen (Tophi)


Je früher man gegensteuert, desto besser lässt sich die Erkrankung stoppen.


Medizinische Therapie

Im akuten Anfall geht es darum, die Entzündung schnell zu stoppen:

  • NSAR (z. B. Ibuprofen, Naproxen)
  • Colchicin
  • Kortison (Tablette oder Injektion ins Gelenk)



Langfristig wird der Harnsäurespiegel gesenkt, um weitere Anfälle zu verhindern:

  • Allopurinol – hemmt die Harnsäurebildung
  • Febuxostat – Alternative bei Unverträglichkeit
  • Urikosurika – fördern die Ausscheidung über die Nieren


Natürliche Unterstützung bei Gicht


Viele Maßnahmen können schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen und den Stoffwechsel entlasten.


Flohsamenschalen

Regulieren die Verdauung, fördern ein gesundes Mikrobiom und unterstützen die Harnsäureausscheidung.
Anwendung: Mit einem halben TL starten, langsam auf 1–2 EL steigern. Immer ausreichend trinken.

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Akazienfasern

Sehr gut verträglich, prebiotisch, stärken die Darmflora und fördern die Bildung entzündungshemmender Fettsäuren.
Ideal für: empfindliche Verdauung, Stoffwechselentlastung.

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Omega-3-Fettsäuren

Reduzieren Entzündungsprozesse, schützen Gelenke und unterstützen das Herz-Kreislauf-System.
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Homöopathische Unterstützung – sanft & individuell

Homöopathische Mittel können Beschwerden begleitend lindern – besonders während akuter Schmerzen. Das Mittel wird anhand des individuellen Schmerzbildes ausgewählt.


Colchicum autumnale

  • D6 oder D12 für eine akute Phase
     → 3-mal täglich 5 Globuli – kurzfristig, bis die Beschwerden nachlassen.

Das wichtigste Mittel beim akuten Anfall.
Typisch: extreme Berührungsempfindlichkeit, heißes, rotes Gelenk.
👉Colchicum d6

Rhus toxicodendron

  • D6 oder D12
     → 3× täglich 5 Globuli während des akuten Schubs.

Bei Morgensteifigkeit, Besserung durch Bewegung.

👉Rhus toxicodendron d6

Berberis vulgaris

  • D6 oder D12
     → 2–3× täglich 5 Globuli, besonders bei stechenden, wandernden Schmerzen.

Passend bei Gicht plus Nieren-/Harnwegsbeteiligung.
👉Berbers vulgaris d6

Urtica urens

  • D6 oder D12
     → 2–3× täglich 5 Globuli 

Unterstützend bei erhöhter Harnsäure und Gelenkreizung.
👉Urtica urens d6

Praktische Alltagstipps

Ernährung

  • purinreiche Lebensmittel reduzieren
  • pflanzenbasiert essen
  • basenüberschüssige Kost bevorzugen
  • Zucker & Softdrinks meiden
  • Alkohol (vor allem Bier) reduzieren oder vermeiden




Flüssigkeit
2,5–3 Liter Wasser täglich → entlastet die Nieren und verdünnt Harnsäure.


Gewicht
Langsam und nachhaltig abnehmen, keine Crash-Diäten.


Bewegung
Regelmäßig, aber gelenkschonend (Gehen, Radfahren, Schwimmen).


Stressreduktion
Atmen, Dehnen, Pausen – Stress ist ein Trigger für Entzündungen.


Akuter Anfall
Gelenk schonen, kühlen,Quarkwickel,hochlagern, Alkohol strikt vermeiden.


Fazit

Gicht ist gut kontrollierbar. Wer Ernährung, Lebensstil, Mikronährstoffe, Homöopathie und medizinische Behandlung kombiniert, kann Schmerzen deutlich reduzieren und die Häufigkeit von Anfällen drastisch senken. Der Schlüssel liegt darin, den Harnsäurespiegel konstant niedrig zu halten und den Körper täglich mit kleinen, stimmigen Entscheidungen zu entlasten.